Hintergrund

Die Diskussion um Dämmstoffe nach der tragischen Brandkatastrophe nimmt Fahrt auf – auch hinsichtlich EPS (Expandiertes Polystyrol), das aufgrund seiner Brennbarkeit kritisiert wird. Dieses Positionspapier soll aufzeigen, dass EPS bei richtiger Anwendung mit entsprechendem Brandschutz eine sichere und nachhaltige Dämmlösung darstellt.

Differenzierte Betrachtung

Die Verwendung von EPS-Dämmstoffen aus Polystyrol muss differenziert betrachtet werden. Unbehandeltes EPS ist brennbar – jedoch werden in Europa und im Inland nur speziell brandgeschützte Dämmstoffe aus EPS eingesetzt.

EPS-Dämmstoffe erfüllen alle Europäischen und Schweizerischen Anforderungen an die Brennbarkeit für die Verwendung als Bauprodukt. Sie sind in Leistungsklassen eingeteilt und es bestehen klare Kennzeichnungspflichten, die dem Verarbeiter und Kunden transparent die Produktleistung aufzeigen. Alle Brandverhaltenseigenschaften von EPS-Dämmstoffen und Systemen mit EPS-Dämmstoffen sind unabhängig geprüft.

Systeme mit EPS-Dämmstoffen wie z.B. Kompaktfassaden (VAWD bzw. WDVS) erfüllen höchste Systemanforderungen hinsichtlich der Brennbarkeit.

Baurechtliche Grundlagen

Baustoffe aller Art spielen im baulichen Brandschutz eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund existieren in der Schweiz vier brandschutztechnische Produktklassierungen zur baulichen Anwendung, die sogenannten Brandverhaltensgruppen (RF1 – RF4).

EPS-Dämmstoffe und Systeme mit EPS-Dämmstoffen erfüllen ausnahmslos die Anforderungen an die Brandverhaltensgruppen RF1-RF3 und sind geprüfte und zulässige Baustoffe.

EPS-Dämmstoffe entsprechen der Brandverhaltensgruppen RF3 bzw. RF2 und sind nicht als leicht entzündbar oder rasch abbrennend eingestuft. Daher sind in der Schweiz anerkannte Dämmstoffe aus EPS brandschutztechnisch unkritisch und zulässig.

Kein Brandrisiko durch EPS-Dämmstoffe

Kommt es zu einem Brandfall leisten EPS-Dämmstoffe entweder keinen oder einen akzeptablen Brandbeitrag.

Ein besonderes Brandrisiko durch die korrekte Verwendung von geprüften EPS-Dämmstoffen besteht nicht. Sie sind von der VKF (Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen) anerkannt und verfügen über eine geprüfte Einteilung in die entsprechenden Brandverhaltensgruppen RF2-RF3.

Geprüfte Konstruktionen mit EPS-Dämmstoffen entsprechen dem Stand der Technik und die Sicherheit ist gewährleistet bzw. die Schutzziele für das Gebäude werden erfüllt.

Alle Verbandsmitglieder bieten sehr ausführliche, technische Produktdokumentationen und Anwendungsunterlagen für die Verarbeitung an. Zudem führen sie regelmässig detaillierte Schulungen zur Anwendung von EPS Dämmstoffen für Verarbeiter durch

Fazit

EPS ist nachweislich ein leistungsfähiger und nachhaltiger Dämmstoff – auch bei erhöhter Brandbelastung.